Über eine falsche Rechnung und was man tun kann
Im August erreichte mich die Email, ein internationaler Anbieter für Post- und Kurierservices möchte eine Rechnung bezahlt wissen, so die Überschrift.

Die Nachricht ging im normalen Postfach ein, verwies im Fließtext der Vorschau mit einer verlinkten Sendungsnummer deutlich auf einen Anhang und ich wurde skeptisch.
Ich hatte nichts in Auftrag gegeben. Das konnte also nur Spam sein. Ich ignorierte die Mail ungelesen, verschob sie in mein Spamfach und dachte, das wär‘s gewesen.
Leider nicht. Die Nachricht kam wieder. Also wieder ab in den Spamordner. Beim dritten Empfang innerhalb von zwei Wochen enthielt die Nachricht dann in der Überschrift den Titel „Mahnung“.
Ich schaute erstmals in einem gesicherten Modus rein, um was es sich handelte. Wohlgemerkt: Ich habe sie nicht geladen, keinen Link aktiviert und keinen Anhang geöffnet oder auf meinem System gespeichert.
Und da las ich nun, als Person überraschend fehlerfrei adressiert, dass ich schlappe 656,96 EUR begleichen sollte für eine Sendung, die laut Schreiben in Hong Kong von einer Adresse zur nächsten verbracht wurde. Interessant.
Ich suchte
- aktuelle Hinweise im Netz über ähnliche Fälle,
- eine Kontaktadresse des vermeintlichen Rechnungsstellers,
- schrieb den Post- und Kurierservice direkt an, leitete die Hinweise – nicht die originalen Emails! – weiter, schilderte meine Beschwerde des Spams
- … und wartete.
Zunächst wurde mir innerhalb von 24 Std personalisiert geantwortet, man würde sich der Sache annehmen. Top!
Dann bekam ich auf meine einzelnen Beschwerdemails jeweils den Hinweis, man kümmere sich, sämtliche Zahlungsaufforderungen an mich seien auf Eis gelegt. Auch gut. Ich hatte ja nichts beauftragt.
Und siehe da, nach fast drei Monaten kam nun die Information, man hätte meinen Fall geprüft und es bestünden keine Ansprüche gegen mich. Ich soll also nichts dergleichen zahlen. Gewonnen?
Interessanterweise kam diese Nachricht genau einen Tag nach einer neuen Spam-Zahlungsaufforderung mit dem selben Muster wie oben.
Offenbar ist das noch nicht das Ende dieser Spamnachrichten, aber immerhin beruhigt es, dass der Anbieter informiert ist, sich der Sache angenommen hat und klar kommuniziert.
Vielen Dank!
Also Vorsicht vor gefälschten Emails! Immer prüfen:
- Erwarte ich eine Nachricht
- Kenne ich den Absender
- Sind Auffälligkeiten schon im Betreff zu erkennen (falsche Sprache, Rechtschreibfehler usw.)
Wenn nein, Nachricht mit Vorsicht genießen und ab in den Spamordner. Wenn Spammails Überhand nehmen, Hilfe suchen, ggf. Emailadresse ändern, System auf Viren und Co. prüfen.
Und für den Fall, dass man etwas aus der Übung ist, hier ein 1×1 im Umgang mit Emails vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI):
Zu Phishingmails und Hinweisen der Deutschen Post auch hier nochmal ein Link:
https://www.deutschepost.de/de/w/warnung-vor-gefaelschten-mails.htmlhttps://www.deutschepost.de/de/w/warnung-vor-gefaelschten-mails.html
Für weitere Fragen zum Spam immer gerne keine Email senden 😂!
